Der offizielle Botschafter der Lausitz spricht mit Menschen – LIVE vom PunkOiTopia!

Tränen sammeln sich in den Augen des Botschafters der Lausitz und bewegen sich in Richtung seiner riesigen Nase; wütend gestikuliert er hilflos die elendig langen Extremitäten umher und schreit immer wieder: „Dit kann doch wohl nicht wahr sein, so eine Scheiße, Ick hör uff mit Podcast.“ Irgendwann sitzt er nur noch da, den Kopf auf den Knien, und weint bitterlich; neben ihm mehrere zuschauende Menschen des gerade sattgefundenen Livepodcasts, welcher aufgrund eines technischen Defekts nicht aufgenommen wurde, welche ihm zärtlich den Rücken streicheln und ihm aufmunternde Worte wie „wein doch nicht, kleines Sonnengesicht“ oder „und nun schnäuzt du dem Onkel mal einen richtig großen Batzen ins Taschentuch“ zusprechen. Doch was geschah vor dieser unendlich traurigen Situation? Mangels der fehlenden Audioaufnahme hier nun das Gedächtnisprotokoll eines anonym bleiben wollenden Teilnehmers des Ganzen:

Unter den wachsamen Augen eines hervorragend aussehenden Publikums (Ausnahmen bestätigen die Regel) eröffnete der Botschafter die mittlerweile weltweit beachtete Gesprächsreihe „DJ Schimpagner, der offizielle Botschafter der Lausitz, spricht mit Menschen“.

Gast der rund 80-minütigen Aufzeichnung war Geralf Pochop. Musiker bei Gleichlaufschwankung, Autor und Zeitzeuge einer Epoche, in der Irokesenfrisuren noch als staatsgefährdend galten und Konzerte gelegentlich schneller beendet wurden als der Soundcheck.

Nach einer gewohnt professionellen Begrüßung – von Fachleuten bereits als die beste Begrüßung des Tages bezeichnet – arbeitete sich der Botschafter mit der Präzision eines leicht angeschlagenen Mähdreschers am vorbereiteten Skript entlang, dabei nennt er es immer wieder „den Skript“ obwohl es „das Skript“ heißen müsste, aber DJ Schimpagner hat neben seiner Schreibschrift auch sämtliche grammatikalische Grundkenntnisse in den letzten Jahrzehnten verloren, eine Folge des jahrelangen Konsums überdurchschnittlicher Mengen Tütensuppen.

Man sprach darüber, wo sich die Wege der beiden überhaupt kreuzten, erinnerte sich an Konzerte beim Force Attack, am Brückenkopf Torgau, beim Störfaktor Festival und an zahlreiche weitere Orte, an denen Menschen freiwillig Schlamm, Bier und schlechte Entscheidungen miteinander kombinierten.

Anschließend stellte der Botschafter die alles entscheidende Frage:

„Warum hast du eigentlich dein Buch geschrieben?“

Eine berechtigte Frage. Die Antwort dauerte… nun… etwas länger.

Geralf nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die Punkgeschichte der DDR, erzählte von Rebellion, Repression und den Beweggründen für sein Buch „Untergrund war Strategie – Punk in der DDR. Zwischen Rebellion und Repression“. Zwischendurch ging es um Konzerte, Blessuren, blutige Erinnerungen und Begegnungen, bei denen man heute vermutlich erst einmal mehrere Formulare unterschreiben müsste.

Nachdem der Botschafter kurz befürchtete, das Gespräch könne versehentlich einen Bildungsauftrag erfüllen, lenkte er die Veranstaltung wieder in geordnete Bahnen und sorgte dafür, dass neben dem Thema seines Gastes auch noch Platz für das Thema „DJ Schimpagner erzählt Dinge, die er empfiehlt, schon mal erlebt hat oder immer so macht und jeder andere auch so machen sollte, in Verbindung mit mehr oder weniger interessanten Anekdoten aus dem Leben des DJ Schimpagners, der neben seiner Botschaftertätigkeit noch Schlossgärtner, Dauerurlauber, Campingfreund und Laubenpieper ist.“

Danach wurde es Zeit für das berüchtigte Lausitzquiz. (Ein Quiz welches dafür berüchtigt ist, Fragen zur Lausitz zu beinhalten)

Die erste eigentliche Frage ob es sich bei der Lausitz um a: eine Gegend in Brandenburg und Sachsen oder b: um einen mittelmäßig guten Stuhl oder Sessel handele, ließ er aufgrund der außerordentlichen Blödheit der Frage weg. Doch danach wurde es knifflich viele scheitern. Manche kläglich. Geralf hingegen beantwortete sämtliche Fragen fehlerfrei. Selbst die besonders hinterhältigen Fangfragen des offiziellen Botschafters konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen. Ein Ergebnis, das intern bereits als möglicher Bedienfehler untersucht wird.

Zum Ende der Aufzeichnung wurde selbstverständlich noch auf den wichtigsten Termin des Jahres hingewiesen:

Boll och Bira Cup 2027.
16.–18. Juli. Spremberg.

Dort absolviert der offizielle Botschafter der Lausitz traditionsgemäß seinen #letzterauftrittdesbotschafters.

Wie jedes Jahr.

Und wie jedes Jahr ist auch diesmal völlig ausgeschlossen, dass es wirklich der letzte ist. Denn zwischen der Nichtaufzeichnung des Podcasts und dem Moment, als DJ Schimpagner von der Nichtaufzeichnung erfuhr, ereignete sich noch ein geschichtsträchtiger Moment, bedeutender als der Westfälische Frieden (1648) der Zwei-plus-vier-Vertrag (1990) und die Wiedervereinigung der No Angels (2021) Es kam zur großen Versöhnung zwischen dem Steinwerfer von Spremberg und DJ Schimpagner. Hier das offizielle Beweisfoto:

offizielles Beweisfoto

Da der Steinwerfer von Spremberg auf dem Buckwitzhof bisher ein striktes DJ-Schimpagnershowverbot ausgesprochen hatte, war es unmöglich, beim Punkoitopia eine DJ-Schimpagnershow durchzuführen. Im Zuge der Versöhnung wurde DJ Schimpagner nun jedoch eine Auftrittsmöglichkeit am ersten Septemberwochenende (03. bis 05.09.2027) beim PunkOitopia zugesichert, unter der Maßgabe, er veranstalte seine „scheiß Kasper-Show“, während der Steinwerfer seine Hunde am Nahegelegenen Hühnerwasser ausführen würde, sodass er sich die Show nicht anschauen müsse, denn er finde diese im Gegensatz zu DJ Schimpagner immer noch Scheiße. Also findet nun auf dem Campingplatz die „Große DJ Schimpagner versöhnt sich mit allen, die ihn schon immer gehasst haben – Versöhnungsshow“ statt; des Weiteren tritt DJ Schimpagner auch noch mit seiner Band Schmachwanderunk auf.

Zuletzt noch die Frage: War es das wirklich mit Podcast und DJ Schimpagner? Die Antwort lautet ganz klar „nein“, denn DJ Schimpagner kehrt demnächst als größter Podcaster aller Podcaster, welche sich Botschafter der Lausitz nennen, zurück und wird mit illustren Gästen, völlig banalen Alltagstipps und originellen Geschichten aus dem Leben eines Landschaftsgärtners, Lagerfeuerfotografen und Zeitumstellungsexperten euren Spotifypodcast-Algorithmus versauen. Seid gespannt auf Staffel drei des Podcasts „Der Botschafter der Lausitz redet mit Menschen“